Buchrezension: „On the Edges of Paradise“

erschienen in
ARCH+
Zeitschrift für Architektur und Städtebau
ARCH+ 195, Istanbul wird grün


Man kann die drückende Stille förmlich sehen, die aus den Bildern der Schweizer Fotografin Laurence Bonvin an das innere Ohr dringt. Entstanden sind die 29 unkommentierten Bilder, die bereits in drei Ausstellungen gezeigt wurden und nun in dem Band „On the Edges of Paradise“ zusammengefasst sind, in den Gated Communities Istanbuls. Bonvin begegnet der allgegenwärtigen Beiläufigkeit dieser Un-Orte mit dem flüchtigen Blick der Besucherin. Die Einblicke in diese Stadtchoreographien lassen ihre Protagonisten nur vereinzelt und meist in abgewandter Haltung in Erscheinung treten, wobei sich speziell in den Nachtaufnahmen der kontrollierende Blick der Lichtinszenierung offenbart. Dem Ethos der so genannten „New Topographers“ folgend zieht Bonvin die „Illusion mechanistischer Beschreibung“ der fotokünstlerischen Fertigkeit vor, wie sie einem Interview mit Daniel Baumann im Textteil des Buches erläutert. Ein einleitender Essay des Kurators Urs Stahel und eine Analyse des Architekturtheoretikers Bülent Tanju ergänzen den Band. Auszüge aus diesem Text sowie einige der Fotografien Bonvins finden sich in dieser Ausgabe

Laurence Bonvin, On the Edges of Paradise, edition fink, Zürich 2008, 23 Euro

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