Das Zelt des Kara Mustafa

Entwurf für eine Möbeltypologie für Wiener Kaffeehäuser
im Rahmen des „Großen Wiener Kaffeehaus Experiments“, MAK Wien
Ausstellung und Publikation
2011-12

„Was kann das Kaffeehaus von morgen?
Um diesen kulturell und sozial wichtigen Knotenpunkt neu zu denken, luden das MAK und departure, die Kreativagentur der Stadt Wien, im Rahmen der Kooperation design > neue strategien zu einem angewandten Forschungsprojekt. Unter der Regie des Wiener Architekten und Kaffeehausexperten Gregor Eichinger und unter Anleitung von raumlaborberlin, Antenna Design, New York, sowie Studio Andrea Branzi, Mailand, wurden in Designlabors mehr als zwanzig Projektideen zur Zukunft des Kaffeehauses entwickelt und teils im Rahmen einer Versuchsanordnung modellhaft umgesetzt.“

Projektbeschreibung
Der Ursprung des Wiener Kaffeehauses liegt in den Zelten des belagernden türkischen Heeres vor den Toren Wiens im Jahr 1683. Von da an beginnt mit der Etablierung des orientalischen Getränkes und der damit einhergehenden Fetischisierung eine Einverleibung der ehemals feindlichen Kultur.

In der gegenwärtig heterogenen Kaffeehauskultur stellt der vorgestellte Entwurf des Zeltes ein Symbol für die zugrunde liegenden Wurzeln dar. Einerseits betont es als orientalisches Implantat die ambivalent-schizophrene Haltung des Wienerischen gegenüber seiner eigenen melangehaften Zubereitung.

Andererseits bietet es einen Rückzugsort in Stufen: Zuziehen oder Öffnen werden zu den Variationen des Privaten im Öffentlichen. Das „Super-Privat-Separée“ für unerhörte Gespräche lässt den Lobbyisten auf-, das Raucher-im-Nichtraucher-Zelt den Zigarrenraucher ausatmen.


Fotos der Ausstellung von Klaus Pichler

Das Große Wiener Kaffeehaus-Experiment
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Überblick über das gesamte Projekt (MAK)

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